Übelkeit durch Stress

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Vielen Menschen schlägt Stress buchstäblich auf den Magen: Sei es die anstehende Prüfung, der Abgabetermine im Job oder ständiger Ärger mit den Nachbarn – und schon geht es los: der Bauch tut weh, so manch einem wird übel, während andere ständig zur Toilette müssen. Ein Übermaß an Stress kann bei sensiblen Menschen Magen und Darm völlig aus dem Takt bringen und zu heftigen Bauchbeschwerden führen. Meist lässt sich organisch keine Ursache für Symptome wie Übelkeit oder Durchfall feststellen. Dabei sind solche Beschwerden keinesfalls Einbildung: Vielmehr besteht zwischen unserer Psyche und verschiedenen Organfunktionen eine sehr enge – oftmals unterschätzte Beziehung.

In ständigem Kontakt: Psyche und Bauch

Doch wie funktioniert eigentlich die Verständigung zwischen Psyche und Bauch? Die Erklärung ist eng mit der Entwicklungsgeschichte des Menschen verknüpft. Empfängt das Gehirn Stresssignale wie Angst oder Ärger, reagiert der Körper noch genau wie in grauer Vorzeit, etwa, wenn Menschen bei der Jagd einem wilden Tier gegenüberstanden. Um für eine bevorstehende Flucht oder einen Angriff bestmöglich gerüstet zu sein, geschieht Folgendes: Das Gehirn meldet u.a. die Bedrohung mithilfe von Botenstoffen blitzschnell an die Nebennieren. Diese wiederum schütten in der Folge sogenannte Stresshormone wie Cortisol, Adrenalin und Noradrenalin aus. Diese Hormone greifen nun an unterschiedlichen Stellen des Körpers ein, mit dem Ziel ihn in Sekundenschnelle fit zu machen. Was nun folgt kennt jeder aus aufregenden Situationen: Wir atmen schneller, der Herzschlag beschleunigt sich, die Muskulatur ist stärker durchblutet und Reflexbewegungen erfolgen jetzt besonders rasch. Gleichzeitig versucht der Organismus alle Körperfunktionen zu drosseln, die in diesem Augenblick nicht gebraucht werden oder gar hinderlich sind – dazu zählt vor allem die Verdauung.

Stress – Jeder reagiert anders

Wie die Verdauungsorgane im Einzelnen auf einen Stressreiz reagieren, kann individuell unterschiedlich ausfallen. In manchen Fällen setzen Magen und Darm ihre Tätigkeit über einige Zeit soweit herab, sodass Betroffene mit Verstopfung zu kämpfen haben. Bei anderen passiert das Gegenteil: Der Körper versucht unter Stress Energie zu sparen und will noch vorhandene Nahrung in Magen und Darm schnellst möglich loswerden – Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall sind die Folge. Allerdings wird nicht jedem durch Stress direkt übel. Das ist zum einen Typsache, zum anderen spricht jeder auf ein unterschiedliches Stressniveau an.

Übelkeit durch Stress vermeiden: Achten Sie auf Warnsignale!

Stress gehört zu unserem Alltag und lässt sich nicht immer vollständig vermeiden. Dennoch sollten Sie sich Ihren persönlichen Stressfaktoren nicht hilflos ausgeliefert fühlen. Um unangenehmen Verdauungsbeschwerden durch Stress aus dem Weg zu gehen, besteht ein erster wichtiger Schritt darin, die individuellen Stresssignale Ihres Körpers zu erkennen. Achten Sie daher bewusst darauf, wie Sie in bestimmten Situationen reagieren, ob Sie beispielsweise die Schultern hochziehen, die Zähne fester aufeinanderbeißen oder eben ein flaues Gefühl im Magen verspüren. Indem Sie lernen, welche Situation Ihr Körper übelnimmt, haben Sie die Möglichkeit aktiv gegenzusteuern. Ein Ansatzpunkt besteht in der Wahl der Mahlzeiten. Steht etwa eine wichtige Prüfung an, kann es besser sein, kurz zuvor nichts mehr zu essen, sondern lieber zwei bis drei Stunden zuvor. Auch um fett- und ballaststoffreiche Speisen zu verdauen, brauchen Magen und Darm länger als für fettarme Mahlzeiten mit schnell verdaulichen Kohlenhydraten. In turbulenten Zeiten hilft es manchmal auch, mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag zu verteilen, als wenige üppige.

Übelkeit durch Stress können Sie vorbeugen

Damit Sie vor stressigen Ereignissen besser gewappnet sind, lohnt es sich auch in ruhigen Zeiten etwas zur Stressbewältigung zu tun. Dafür eignet sich weniger „die eine“ Strategie um Stress zu reduzieren, vielmehr sollten Sie für sich selbst herausfinden, was Ihnen gut tut. Versuchen Sie sich regelmäßig kleine Auszeiten zu gönnen, zum Beispiel ein Entspannungsbad, ein Spaziergang an der frischen Luft oder einfach eine Weile aus dem Fenster schauen und einen warmen Tee genießen. Auch gezielte Methoden zur Entspannung, wie die progressive Muskelentspannung nach Jacobson, können dazu beitragen mit dem Stress besser fertig zu werden. Wer trotzdem das Gefühl hat, dass er den Umgang mit Stress nicht in den Griff bekommt, sollte sich nicht scheuen auch professionelle Hilfe – etwa durch einen Psychotherapeuten – in Anspruch zu nehmen. Eine andere Herangehensweise ist es, Stresssituation zu simulieren und auf diese Weise regelrecht zu trainieren. Mit der Zeit tritt ein Gewöhnungseffekt ein, sodass körperliche Stresssymptome nachlassen.

Quellen:

Adler R.H. et al.: Psychosomatische Medizin. Elsevier Verlag München 2010

Internisten im Netz: Psyche und Verdauungssystem. 

Kolza, G.: Gelassen und sicher im Stress. Das Stresskompentenz-Buch – Stress erkennen, verstehen, bewältigen. Springer Verlag Stuttgart 2012

S3-Leitlinie Reiszdarmsyndrom: Definition, Pathophysiologie, Diagnostik und Therapie. Gemeinsame Leitlinie der Dt.Ges. für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) und der Dt. Ges. für Neurogastroenterologie und Motilität (DGNM). AWMF-Leitlinien Register Nr.: 021/016 (Stand: 09/2009)

S3-Leitlinie Umgang mit Patienten mit nicht-spezifischen, funktionellen und somatoformen Körperbeschwerden. Deutsches Kollegium für Psychosomatische Medizin (federführend). AWMF-Registriernummer: 051/001 (Stand: 09/2011)

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Fragen zum Thema Allgemein

Bei starkem Erbrechen wird ein Arzneimittel zum Einnehmen möglicherweise wieder erbrochen, bevor es wirken kann. Daher sind in solchen Fällen Zäpfchen das Mittel der Wahl. Bei Durchfallerkrankungen sind dagegen sicherlich Medikamente in Drageeform, Kapseln oder ein Sirup besser einzusetzen. Für Kinder werden meist besondere Darreichungsformen angeboten, wie z. B. niedriger dosierte Zäpfchen oder flüssige Formen wie Sirup mit einem Messbecher zum einfachen Abmessen der richtigen Dosis.

Die Dosierung von Vomex A® soll sich am Körpergewicht sowie an den individuellen Bedürfnissen orientieren. Wenn vom Arzt nicht anders verordnet müssen insbesondere bei Kindern die Dosierungsvorschrifen in der Packungsbeilage beachtet werden.

Wenn eine Neigung zur Reise- oder Seekrankheit bekannt ist, ist es sogar sehr zu empfehlen, vorsorglich Vomex A einzunehmen, damit die Beschwerden erst gar nicht entstehen. Vomex A sollte dann 30-60 Minuten vor Reiseantritt genommen werden.