Probleme bei Reisen im Flugzeug

Fremde Kulturen, exotische Speisen und fremdartige Landschaften – für viele Menschen bleibt dies ein Traum. Denn wer unter Flugangst leidet, betritt für eine Reise nur äußerst ungern ein Flugzeug. Beschwerden wie schneller Puls, eine schnelle und flache Atmung oder Schwindelanfälle, Erstickungsgefühle und Panikattacken machen das Fliegen zu einer regelrechten Tortur. Und wer nicht unter Flugangst leidet, dem können dicke Beine oder Schlaflosigkeit zu schaffen machen. Mit unseren Tipps können Sie sich die nächste Flugreise ein wenig angenehmer gestalten.

Tipps bei Flugangst

  • Versuchen Sie nicht die Flugreisen zu meiden! Denn je häufiger man sich der vermeintlich bedrohlichen Situation stellt, desto eher wird die Angst abgebaut.
  • Informieren Sie sich bereits vor dem Flug über die Sicherheit und die Routine an Bord. Manche Fluggesellschaften bieten auch Gruppenseminare an, bei denen den Teilnehmern Fakten über das Fliegen sowie über die Technik und den Aufbau eines Flugzeuges direkt vor Ort vermittelt werden. Zudem erlernen die Teilnehmer verschiedene Entspannungstechniken.
  • Sprechen Sie bei starken Angstsymptomen mit Ihrem Arzt. Dieser kann Ihnen – wenn nötig – Medikamente verordnen.
  • Reservieren Sie Ihren bevorzugten Platz im Flugzeug möglichst früh. Ideal sind die Sitzplätze über den Tragflächen, da dort die Bewegung am geringsten ist. Wenn Sie unter Höhenangst leiden, wählen Sie am besten einen Gangplatz.
  • Tragen Sie Kleidung im Zwiebellook. Dann können Sie sich nach Bedarf eines Kleidungsstückes entledigen oder eines überziehen.
  • Informieren Sie die Crew beim Einsteigen in das Flugzeug über Ihre Flugangst. Dann fällt es Ihnen später leichter, Fragen zu stellen.
  • Lenken Sie sich ab. Unterhalten Sie sich mit dem Nachbarn oder hören Sie Musik.
  • Entspannen Sie sich bei beginnender Angst und atmen Sie ruhig. Spezielle Meditations-Apps können Ihnen hierbei helfen.

Beispiele für Entspannungs- und Atemtechniken

Wirksame Entspannungstechniken sind beispielsweise Yoga, die progressive Muskelentspannung nach Edmund Jacobsen oder das autogene Training. Bei diesen Übungen versetzt sich der Mensch bei vollem Bewusstsein in einen tiefen Entspannungszustand und blendet die Umwelt nahezu aus.

  • Progressive Muskelentspannung: diese Technik basiert auf der gezielten Anspannung und anschließender Entspannung von bestimmten Muskelgruppen. Konkrete Übungen sind: die Fäuste ballen, die Augen zusammenkneifen, die Schultern zu den Ohren ziehen, den Bauch einziehen sowie die Zehen krümmen und anschließend diese Muskelgruppen wieder lockerlassen. Erlernen können Sie diese Technik in einem Kurs mit fachkundiger Anleitung oder mithilfe eines Buches, einer CD oder einer App.
  • Autogenes Training: Bei dieser Entspannungstechnik hypnotisieren Sie sich selbst, wodurch Atmung oder Puls in einen Ruhezustand versetzt werden. Diese Technik lässt sich am besten in einem Kurs erlernen.

Da Atmung und Psyche eng zusammenhängen, trägt auch eine richtige Atemtechnik zur Entspannung bei. Probieren Sie daher bei beginnender Angst auch folgendes aus:

1. Atmen Sie durch die Nase ein. Ihr Bauch sollte sich beim Einatmen heben und beim Ausatmen senken. Tipp: Verschränken Sie die Arme hinter dem Kopf. Das erleichtert die Bauchatmung.
2. Versuchen Sie, doppelt so lange auszuatmen, wie Sie eingeatmet haben. Zählen Sie am besten mit.
3. Atmen Sie gegen die geschlossenen Lippen (sog. Lippenbremse) aus.
4. Stellen Sie sich vor, dass Sie Kraft und Energie einatmen und alles Verbrauchte und Ängstigende ausatmen.

Tipps gegen geschwollene Beine

Langes Sitzen belastet die Beine. Denn durch die abgewinkelte Haltung der Knie sowie der Leiste wird die Vene abgeknickt. Hinzu kommt, dass durch die fehlende Bewegung die Venenmuskelpumpe nicht mithelfen kann, das Blut von den Knöcheln zum Herzen zu transportieren. Es staut sich folglich im Knöchelbereich und in den Unterschenkeln. Bemerkbar macht sich dies durch geschwollene Beine. Der geringe Luftdruck und die trockene Luft verstärken das Ganze noch: Die Venenwände dehnen sich aus und das Blut wird dicker. Das Risiko, dass sich in den Blutgefäßen ein Blutgerinnsel bildet, steigt. Achten Sie daher darauf, sich bei längeren Flugreisen ausreichend zu bewegen.

  • Stehen Sie insbesondere bei Langstreckenflügen immer wieder auf und laufen Sie leicht federnd auf der Stelle oder wippen Sie im Stehen auf den Zehen.
  • Schlagen Sie im Sitzen nicht die Beine übereinander, sondern massieren Sie sich lieber ab und zu die Waden.
  • Ziehen Sie die Schuhe aus und spreizen und krallen Sie die Zehen abwechselnd.
  • Ziehen Sie die Füße abwechselnd an und strecken Sie sie wieder.

Nehmen Sie ausreichend Flüssigkeit zu sich, damit das Blut nicht eindickt! Gut geeignet sind Wasser und Fruchtsäfte. Auf Alkohol sollten Sie dagegen verzichten, da dieser die Gefäße weitet und dadurch das Risiko eines Blutgerinnsels zusätzlich erhöht.

So klappt es mit dem Schlafen

Die ungewohnten Geräusche, die Helligkeit im Flugzeug als auch die unbequeme Stellung erschweren häufig das Schlafen. Folgende Tipps können Ihnen jedoch das Einschlafen erleichtern:

Überlegen Sie sich, auf welcher Seite Sie am besten einschlafen können und reservieren Sie dementsprechend Ihren Sitzplatz – am besten direkt am Fenster. So können Sie Ihren Kopf an der Wand anlegen. Außerdem müssen Sie dann nicht immer aufstehen, wenn Ihr Sitznachbar zur Toilette muss.

  • Ziehen Sie sich für den Flug bequeme Sachen an und packen Sie auch ein Nackenhörnchen sowie eine Schlafmaske in Ihr Handgepäck.
  • Machen Sie es sich bequem und stellen Sie Ihren Sitz etwas zurück.
  • Ziehen Sie die Schuhe aus.
  • Hören Sie über Kopfhörer Entspannungsmusik.
  • Verzichten Sie auf das Naschen von Snacks. Meiden Sie zudem Koffein und Alkohol.

Quellen:

Online-Informationen der Fluggesellschaft Lufthansa, Flugangst.

Online-Informationen der Deutschen Apothekerzeitung, Gesund und fit über den Wolken.

Online-Informationen der PTA, Flugangst.

Online-Informationen der Selbsthilfe Kontakt- und Informationsstelle e. V. Trier, Angst wegatmen.

Online-Informationen der Internisten im Netz, Tipps für Flugreisen.

Online-Informationen der Seite Urlaubspiraten, Tipps gegen Schlaflosigkeit.

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Fragen zum Thema Reiseübelkeit

Egal ob auf dem Schiff, im Auto, im Bus oder im Flugzeug, der Auslöser für Reisekrankheit (oft auch als Seekrankheit bekannt), ist immer eine Irritation des Gleichgewichtssinnes. Ausgelöst wird diese Irritation durch widersprüchliche Sinneseindrücke von Auge und Gleichgewichtsorgan.

Wenn Sie wissen, dass Sie unter Reiseübelkeit leiden, können Sie Vomex A auch präventiv einnehmen. Die Einnahme wird ca. eine Stunde vor Reisebeginn empfohlen. Beachten Sie hierzu, insbesondere bei Kindern, die in der Gebrauchsinformation angegeben Dosierungsangaben.