Giftige Lebensmittel

Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen und Durchfall – das sind die typischen Beschwerden eines verdorbenen Magens. Häufig treten die Symptome bereits wenige Stunden nach dem Verzehr auf. Ursache der Beschwerden können Bakterien oder Schimmelpilze in Lebensmitteln sein, die giftige oder schädliche Stoffe produzieren. Aber auch rohe Lebensmittel oder unverdauliche Inhaltsstoffe können Übelkeit und Erbrechen hervorgerufen. Lesen Sie hier, bei welchen Nahrungsmitteln Sie vorsichtig sein müssen und wann Sie Lebensmittel besser entsorgen sollten.

Diese Lebensmittel verderben leicht

Krankheitserreger können vor allem auf Produkten mit hohem Eiweißgehalt wie beispielsweise Rohmilch, Fleisch, Geflügel und Fisch vorhanden sein. Da man den Lebensmitteln nicht ansieht, ob Sie befallen sind, sollten Sie bei der Zubereitung Folgendes berücksichtigen:

Geflügel können Sie ruhigen Gewissens genießen, wenn es bei über 70° Celsius mindestens zwei Minuten komplett – also bis ins Innere – durchgegart wurde. Achten Sie darauf, dass das Fleisch durchgehend weiß ist. Roh sollten Sie Geflügel nie essen – egal wie frisch es ist. Denn Geflügel ist sehr häufig mit Durchfallerreger verunreinigt.

Auch wenn Mettwurst oder Tatar verlockend sein mögen, können sie mit Salmonellen verunreinigt sein. Diese Bakterien führen bei Menschen zu Brech-Durchfall, Bauchkrämpfen und Fieber. Garen Sie das Fleisch mindestens zwei Minuten lang bei über 70° C, bis es keine rosa Stellen mehr aufweist.

Je älter ein Ei ist, desto größer ist das Risiko einer Salmonelleninfektion. Verzichten Sie daher besser auf rohe Eier oder verwenden Sie nur ganz frische.

Der Unterschied zwischen Verbrauchsdatum und Mindesthaltbarkeit

Das Verbrauchsdatum steht auf leicht verderblichen Waren wie Hackfleisch oder Geflügel. Sie finden es nach den Worten „zu verbrauchen bis…“. Speisen, bei denen das Verbrauchsdatum abgelaufen ist, dürfen Sie auf keinen Fall mehr essen! Anders verhält es sich mit der Mindesthaltbarkeit. Dieses Datum gibt an, bis wann der Hersteller Eigenschaften wie Geruch, Farbe und Nährwert garantiert. Lebensmittel, bei denen die Mindesthaltbarkeit abgelaufen ist, müssen Sie daher nicht gleich entsorgen. Ob ein Lebensmittel noch in Ordnung ist, erkennen Sie mithilfe dieser Checkliste:

Sie sollten das Lebensmittel entsorgen, wenn:

  • es eine andere Farbe als normalerweise hat.
  • sich auf dem Lebensmittel Schimmel gebildet hat.
  • sich Geruch und/oder Geschmack verändert haben.
  • die Verpackung aufgebläht ist. Konservendosen sind hochgewölbt.
  • das Lebensmittel weiche, matschige Stellen hat.

Weitere hilfreiche Tipps, wie Sie sich vor einem verdorbenen Magen schützen und was Sie im Krankheitsfall tun können, haben wir in unserem Beitrag „Was tun bei verdorbenem Magen?“ für Sie recherchiert.

Gewollt oder nicht gewollt – das ist hier die Frage

Ein hoher Wassergehalt erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass das betreffende Lebensmittel schimmelt. Gefährdet sind zum Beispiel Obst, Milchprodukte, Marmelade oder Käse. Der weiß-grünliche Schimmel bildet Giftstoffe, die Mykotoxine, die Ihrer Gesundheit schaden können. Edelschimmel dagegen verleihen Käse und Salami ihr Aroma und sind gesundheitlich unbedenklich.

Weißschimmelkäse wie Camembert und Brie oder Blauschimmelkäse wie Roquefort erhalten ihr Aussehen und ihren intensiven Geschmack erst durch den speziell zugesetzten Kulturschimmel.

Anders sieht es dagegen aus, wenn Obst, Joghurt, Brot oder Nüsse schimmlig sind. Die Pilzgifte befinden sich bei diesen Lebensmitteln nicht nur an der Oberfläche, sondern auch unsichtbar im Inneren. Besonders gut breitet sich der Pilz auf Speisen, die viel Wasser und wenig Salz oder Zucker enthalten, aus. Da auch Erhitzen die Giftstoffe nicht zerstört, sollten Sie solche Speisen auf keinen Fall essen.

Pilze, die auf Trockenfrüchten, Pistazien, Nüssen und Erdnüssen wachsen, bilden eines der stärksten Gifte in der Natur, das Aflatoxin. Menschen, die diesem Giftstoff über einen längeren Zeitraum zu sich nehmen, erkranken häufiger an Nieren- und Leberkrebs sowie Leber- und Nierenschäden.

Pilze, Kartoffeln und Co.

Manchmal werden die lebensgefährlichen Giftstoffe nicht erst durch Pilze und Bakterien gebildet, sondern sind schon im Lebensmittel vorhanden. Um die Speisen dennoch unbeschwert genießen zu können, müssen Sie diese erst braten und kochen.

Erhitzen Sie selbst gesammelte Pilze wie Steinpilze oder Speisemorcheln 15 Minuten lang auf über 70° Celsius, um die enthaltenen Giftstoffe zu zerstören. Beachten Sie auch, dass Pilze aufgrund ihres hohen Eiweiß-Gehaltes schnell verderben und Sie sich durch deren Verzehr eine Pilzvergiftung zuziehen können.

Kartoffeln enthalten das giftige Solanin. Besonders viel befindet sich unter der Schale sowie an grünen oder keimenden Stellen. Schneiden Sie diese Stellen daher heraus. Da Solanin durch das Kochen nicht abgebaut wird, sondern in das Wasser übergeht, sollten Sie dieses immer wegschütten.

Wie Kartoffeln enthalten auch Auberginen Solanin. Essen Sie daher dieses Gemüse niemals roh.

Das Gift der grünen, weißen und roten Bohnen sowie Kichererbsen löst Übelkeit, Durchfall und Erbrechen aus. Das Kochen verändert den Giftstoff und macht ihn für Menschen unbedenklich.

Neben Spinat, Mangold und Rote Bete enthält auch Rhabarber Oxalsäure. Diese Substanz bindet das für die Knochen wichtige Kalzium. Verwenden Sie daher möglichst junge Stängel mit wenig Oxalsäure und erhitzen Sie das Gemüse, bevor Sie es verzehren. Die noch vorhandene Oxalsäure können Sie mit einem Schuss Sahne oder Milch binden.

Essen Sie Holunderbeeren niemals roh und auf keinen Fall, wenn sie nicht reif sind. Im Samen befindet sich nämlich ein Stoff, der giftige Blausäure freisetzt. Die Folgen sind Erbrechen, Magenbeschwerden und starke Durchfälle.

Quellen:

 

PTA-Zeitung, Schimmel auf Pilzen.

Schädliche Keime.

Verdorbene Lebensmittel.

Holunder.

Bund für Risikobewertung, Aflatoxine.

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Fragen zum Thema Verdorbener Magen

Hinter einer Vergiftung muss nicht gleich "Arsen" stehen, auch viel alltäglichere Gründe können der Auslöser sein. Sie reichen von verdorbenen Lebensmitteln und übermäßigem Alkoholkonsum bis hin zu Vergiftungen durch die Aufnahme chemischer Substanzen.

Im Fall einer Vergiftung versucht Ihr Körper die Auslöser dieser Vergiftung, bzw. Toxine auszuscheiden, zu diesem Zweck löst Ihr Körper den Vorgang des Erbrechens aus. Daher sollte Vomex A erst eingesetzt werden, wenn das Erbrechen länger als einen Tag anhält.